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-Die Gründungszeit-

Menschen heutiger Zeit werden sich kaum eine Vorstellung machen können von den gewaltigen Bränden und Feuersbrünsten, die im vergangenen Jahrhundert unsere Bergstadt Eibenstock heimgesucht haben. Dabei entstand großes menschliches Leid und Elend, sowie ein großer materieller Sachschaden. Begünstigt wurden diese vernichtenden Feuer durch die Tatsache, das es zu dieser Zeit keine einheitlichen Bauvorschriften und Brandschutzverordnungen gab. Hilflos mussten dabei die betroffenen Menschen mit Ansehen wie Ihr Hab und Gut ein Raub der Flammen wurde. 1856 wütete ein solches vernichtendes Feuer und zerstörte das gesamte Bacher Viertel. Um in Zukunft solchen Katastrophen besser entgegnen zu können, entschlossen die damaligen Stadträte von Eibenstock eine Feuerwehr ins Leben zu rufen.

Geeignete engagierte Einwohner von Eibenstock fand man in dem damals existierenden Turnerverein.
Im Jahre 1857 wurde dann aus diesem Verein die damalige Turnerfeuerwehr gegründet. Das Jahr 1857 ist Urkundlich belegt, jedoch der Monat und Tag ist uns heute nicht bekannt, aber es gibt Hinweise auf dem Monat Mai. Damit ist unsere Feuerwehr mit eine der Ältesten in ganz Deutschland, auf jedem Fall die älteste im Regierungspräsidium Chemnitz. Deutschland weit rangiert die Feuerwehr Eibenstock unter den 10 Ältesten.






Leider haben wir aus den Anfängen keine Aufzeichnungen aus denen hervorgeht, was für Technik und Material damals vorhanden war und welche Mannschaftsstärke die Feuerwehr damals hatte. Wir können uns aber denken, dass mit einfachen Geräten der Brandbekämpfung in der damaligen Zeit begonnen wurde, wie zum Beispiel eine von Pferden gezogene Feuerspritze, einigen Steigleitern und einen bescheidenen Vorrat an Schläuchen. Wir wissen auch nicht, wo sich das erste Spritzenhaus befand und wie oft sich die Kameraden zur Ausbildung und zu Schulungen getroffen haben. Des Weiteren ist uns nichts über vorhandene Uniform und Einsatzbekleidung bekannt. Bedauerlicherweise haben wir auch keine Informationen über Einsätze und Übungen aus dieser Zeit. Es gab aber noch mehr verheerende Brände in Eibenstock, bei denen wir annehmen das dabei die damalige Feuerwehr im Einsatz gewesen ist.

Der erste größere und in der Geschichte der Stadt Eibenstock schlimmste Brand im vergangenen Jahrhundert vernichtete am 19. März 1856 das Bacher Viertel. Es war gegen halb 12 Uhr, als in diesem Stadtteil  der Ruf "Feuer!"  durch die  Gassen hallte. Zur gleichen Zeit rannte händeringend der Hausbesitzer Flach nach Wasser rufend durch sein Haus. Aus dem Schuppen quollen dichte Wolken schwarzen Rauches hervor, denen lodernde Flammen folgten. Im Nu griffen sie auf das Wohngebäude über und bald brannte auch das Nachbargebäude. Ein starker Wind peitschte das Feuer von Gebäude zu Gebäude, dabei einen heftigen Funkenregen entfachend. In einer Zeit von zwei Stunden wurden 119 Wohnhäuser und viele Nebengebäude ein Raub der Flammen. 406 Familien wurden obdachlos und verloren ihr Hab und Gut. Insgesamt sollen bei diesem Brand drei Personen ums Leben gekommen sein. Die obdachlos gewordenen Familien wurden in den Nachbargemeinden Schönheide, Sosa und Hundshübel untergebracht.







Am 10. August 1862 brach ein weiterer Brand aus. Ein Schreckensruf hallte durch die Stadt, die Kirche brennt, jäh wurde die Stadt aus ihrem Schlummer gerissen. Einigen beherzten Männern gelang es aus der brennenden Kirche einige Gegenstände zu bergen. Während der Bergungsarbeiten wütete das Feuer weiter, welches inzwischen auf andere Gebäude übergesprungen war. So wurden zum Beispiel das Rathaus, die Pfarre, Freihof und Amtshaus, Brotbänke, Post und zwei Oberförstereien, sowie viele Bürgerhäuser ein Raub der Flammen.






Der letzte große Brand im vergangenen Jahrhundert war der Crottenseer Brand. Bei sengender Hitze brach er am 23. August 1892 gegen 1 Uhr aus. Innerhalb von drei Stunden wurden 37 Wohngebäude und dazugehörende Stallungen und Schuppen vernichtet.






 Am 18. August 1910 tobte sich die Feuerbrunst zum letzten Male im größeren Umfang aus. Dabei kamen 11 Wohnhäuser des Rehmer Viertels auf ihr Konto.

Durch die Einführung von neuen Bauvorschriften, welche die neuesten Erkenntnisse des Brandschutzes beinhalteten und den Ausbau des Feuerlöschwesen wurde die Macht der Feuersbrünste gebrochen. Natürlich gab es in den kommenden Jahren immer wieder vereinzelte Brände.
Da aber das Feuerwehrwesen immer vollkommener weiterentwickelt wurde und auch der Ausbildungsstand der Mannschaften verbessert wurde sowie moderne Technik und Ausrüstung angeschafft werden konnte, gelang es ein unkontrolliertes Ausbreiten der Brände zu vermeiden.






So etwa um die Zeit um 1900 bezog die Feuerwehr Eibenstock Ihr neues Gerätehaus in der Feuerwehrstraße, wo sie noch heute untergebracht ist. In dieser Zeit wurden auch die ersten motorgetriebenen Löschfahrzeuge und Motorspritzen angeschafft. Seit dem Jahr 1930 nannte sich die Feuerwehr nicht mehr Turnerfeuerwehr, sonder führte den Namen Freiwillige Feuerwehr Eibenstock.

Wie schon erwähnt, sind nur spärliche Informationen in der Zeit bis 1945 vorhanden. Aber ein Zeitabschnitt muss auf jedem Fall erwähnt werden. In den Jahren des zweiten Weltkrieges, so ab dem Jahre 1943, mussten die Frauen von Eibenstock den Feuerwehrdienst verrichten, da alle wehrfähigen Männer zum Kriegsdienst  eingezogen wurden oder in Gefangenschaft gerieten. Die Frauen übernahmen den Brandschutz der Stadt Eibenstock bis zum Jahre 1945.


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